
JURGEN GRABOWSKI
Jurgen Grabowski machte sein Debut in die Nationalelf auf den 4. Mai 1966 in
Dublin gegen Irland. Deutschland gewann mit 0-4.
Auf die WM66 in England war Grabowski bei die letzte 22 Spieler aber spielte er
nicht.
Bei die WM70 in Mexiko hatte Stan Libuda von Schalke04 als Rechtsaussen ein
Stammplatz und war “Grabi” nur Ersatzspieler. Gegen u.a. England und Italien
bekam er doch Spielminute und war fur den deutschen ganz wichtig.
Die EM72 war in Belgien. Jurgen war dieses Jahr fast Stammspieler. Nur in die
Halbfinale gegen Belgien musste er auf die Bank anfangen. Nach 59 Minute kam er
ins Spiel fur Uli Hoeness. Deutschland gewann mit 1-2. Die EM-Finale wurde eine
grosse Enttauschung. Bis kurz fur Spielanfang war nicht deutlich ob Uli Hoeness
oder Jurgen Grabowski spielen sollte. Letzt endlich entschloss Schon (mit
Beckenbauer?) fur Uli Hoeness von Bayern Munchen.
Auf die WM74 in Deutschland hatte den Wiesbadener endlich ein Stammplatz. Aber
er und die Mannschaft spielten nicht gut. Gegen Chile wurde es 1-0 und gegen
Australien wurde nur mit 3-0 gewonnen. Das Spiel gegen die D.D.R. in Hamburg
wurde ein Drama.
Deutschland unterlag mit 0-1.
Nach diesem Spiel wurde Grabowski den Sundenbock der Nation. Dazu kam eine
Bemerkung von Franz Beckenbauer in die Presse: Grabowski war am Ball naturlich
ziemlich gut. Aber ohne Ball…. Er achtete nie auf sein Gegenspieler und in das
heutige modernen Fussball musste doch auch ein Sturmer verteitigen konnen. Wenn
Schwarzenbeck oder Vogts so etwas gesagt hatte, okay. Aber der Franzl! Dieser
Mann hat nie sein Mann hinter her gelauft.
Jurgen war ein ruhiger, sensibeler Kerl aber er wurde jetzt doch ein bisschen
bose und war nach Beckenbauer gelaufen. Aber Franz hat nur gelachelt. Das war
doch ein Misverstandnis! Die Journalisten verstehen doch immer alles falsch! Er
war ganz positiv uber Jurgen gewesen. Gegen Journalisten hat er gesagt des den
Jurgen ein Klassespieler war und viel zu gut war um hinter sein Gegner her zu
laufen. Nein, Jurgen ich bin dein grossten Fan. Franz und Jurgen schuttelten
einander die Hand.
Einige Tage spater schuttelte Franz vor dem Spiel gegen Jugoslawien die Hand von
Mannschaftskapitan Dzajic. Jurgen sass auf die Tribune…. Deutschland gewann 2-0.
Wegen eine Verletzung von Herbert Wimmer sass Grabowski beim nachsten Spiel
gegen Schweden auf die Ersatzbank. Beim 2-2 wurde er eingewechselt und schoss
das 3-2. Deutschland gewann mit 4-2 gegen Schweden und Grabowski wurde wieder
Stammspieler.
Das nachste Spiel war gegen Poland und wurde in Frankfurt gespielt. Durch ein
Tor von Gerd Muller wurde gewonnen.
Die 7. Juli 1974 wurde Grabowski 30 Jahre alt. Grabowski wurde Weltmeister nach
die 2-1 Sieg uber Holland.
Nach die WM74 konzentrierte “der Weltmeister” sich auf sein Verein Eintracht
Frankfurt. Er wurde von Rechtsaussen der Spielmacher aufs Mittelfeld. Als
Spielmacher war er Weltklasse. Deswegen fragte Bundestrainer Helmut Schon ob er
fur die WM78 in Argentinien ruckkehren wollte in die Nationalelf. Das ganze Land
forderte sein Ruckkehr aber er sagte nein zu einem Comeback.
Am Ende hatte er vierundvierzig Landerspiele gemacht worinn er funf Tore
geschossen hatte. Sein letztes Landerspiel war also auf den 7. Juli 1974 gegen
Holland. Genau dreissig Jahre davor war er geboren in Wiesbaden.
Wiesbaden, vierzig Kilometer westlich von Frankfurt. Dieser Stadt entwickelte
sich im 19. Jahrhundert zu einem internationalen Kurort. Wiesbaden wurde
Haupstadt eines Regierungsbezirks und beliebter Ruhesitz von Offizieren, hoheren
Beamten und Rentiers. Das Stadtbild wurde gepragt von represantiven Wohnhausern,
Hotelpalasten und vornehmen Villen. Rund 1905 wohnten schon uber 100.000
Einwohnern in diese Stadt.
Seit 1933 befanden sich in Wiesbaden zahlreiche Dienststellen des
NS-Unrechtregimes. Auch von hier aus erfolgten Deportationen von Juden. Etliche
Wiesbaderinnen und Wiesbadener unterschiedlichster politischen Couleur wurden
verfolgt, weil sie sich dem Regime wiedersetzten
(Internet: www.wiesbaden.de).
In Juli 1944 wurde ein leider mislungene Anschlag begehen durch deutsche
Offizieren gegen Hitler. (Weshalb ist die deutsche Regierung jetzt, den 5.
Februar 2003, gegen ein Krieg mit Irak? Gerade in Deutschland muss man doch
wissen was ein Fanatiker anrichten kann…..).
In Juli 1944 wurde in Wiesbaden ein kleiner Grabowski geboren.
Jurgen, den 7. Juli 1944. Sohn von Anton und Tilly Grabowski.
Vater Anton war Chemiearbeiter aber sein Sohn war absolut nicht in Chemie
interessiert. Nur der Ball hatte seine Interesse. Er spielte bis sein
sechszehnter fur SV Biebrich19. Diese Verein hatte dann zu wenig Jugendlichen
und blonden Jurgen wechselte nach FV Biebrich02.
Als siebzehnjahrige Bursche debutierte er in die erste Mannschaft.
In 1965 wechselte er nach Eintracht Frankfurt wo der fruhere hollandische
Nationaltrainer Elek Schwartz Trainer war. Schwartz war ein Grabowski-fan und
Jurgen debutierte mit ein 2-0 Sieg gegen die HSV von Uwe Seeler. Bei Eintracht
wurde Grabowski Mister Eintracht.
Was Cruijff war fur Ajax, Rensenbrink fur Anderlecht, Van Hanegem fur Feyenoord,
Overath fur FC Koln und Beckenbauer fur Bayern Munchen war Grabowski fur
Eintracht Frankfurt.
Der Chef und Leitwulf der Mannschaft. Er sah aber nicht aus wie ein Leitwulf.
Mit seinem Bart sah er aus wie ein aristocratischen, englischen Gentleman der
jeden Morgen mit seiner Frau Helga Grabowski-Reuter geniesst von a cup of tea
and some broken eggs.
Danach wandert er mit sein Schaferhunde und einige Bedienden uber die Landereien
um einige Fuchse zu schiessen und am Ende von dem Tag spielte er noch ein
bisschen Golf.
Nach die WM70 kam Interesse von andere Vereine fur Grabowski. Auch Feyenoord
Rotterdam war ernsthaft interessiert in die Sommer von 1971. Feyenoord sprach
damals auch mit Jan Mulder (sein Sohn Youri spielte 25 Jahre spater fur
Schalke04) Nationalspieler von Holland und Mittelsturmer bei Anderlecht. In sein
Selbstbiographie hat er daruber geschrieben: Mulder sprach mit
Vorstandsmitglieder von Feyenoord.
“Ware das nicht schon? Ein Angriff:
Rob Rensenbrink, Jan Mulder, Johan Cruijff und Jurgen Grabowski!”
Mulder war nicht beeindruckt: “Herren konnen wir nicht besser realistisch
bleiben?”
Mulder wechselte nach Ajax wo er wegen eine schwere Verletzung wenig spielte,
deshalb war er auch auf die WM74 leider nicht dabei. Rensenbrink kam nicht von
Anderlecht und Cruijff wurde auch kein Spieler von Feyenoord. Und Grabowski?
Die Schlagzeilen in die hollandische Zeitungen waren ganz gross: NUR VIEL GELD
HOLT GRABOWSKI VON HAUSE! FEYENOORD: WIR WOLLEN JURGEN GRABOWSKI.
FEYENOORDS GELD LOCKT GRABOWSKI.
Eine Pressenachricht aus eine hollandische Zeitung:
Jurgen Grabowski (1,71 und 62 Kilo schwer) ist ein gewolltes Mann. Nicht nur
Feyenoord sollte ihm gerne kaufen. Da ist mehr Interesse. Jurgen Grabowski: “Da
sind mehrere Vereine gewesen. Welche? Das darf ich nicht sagen.
Bundesligavereine waren auch dabei. Aber Sie konnen ohne Zweifel nicht das
bezahlen was der Weltmeister (von 1970, H.W.) bezahlen kann. Wenn das so weit
ist werde ich alle Angebote nebeneinander setzen und mich ruhig uberlegen. Ich
bin jetzt 26 Jahre, nach Ende dieser Saison bin ich Frei Mann- in meinem Vertrag
mit Eintracht ist keine Klausul fur Eintracht aufgenommen- es ist jetzt meine
Chance.”
Aber auch Grabowski kam nicht nach Feyenoord. Weshalb? Das ist nicht ganz
deutlich.
Bekannt ist die Geschichte uber ein Freundschaftsspiel zwischen Feyenoord und
Eintracht.
Die Spieler von Feyenoord hatten nichts gegen Grabowski aber wenn Grabowski
kommen sollte war ihren Mannschaftskammeraden Henk Wery das Opfer. Van Hanegem
und co spielten knuppelhart auf Jurgen und Grabowski war Feyenoord satt. Schade,
Grabowski war ein ganz guter fur Feyenoord gewesen. Und mit ein Spieler wie Van
Hanegem zu spielen ist viel einfacher als gegen dieser Star.
Auch hatte er dann spielen konnen mit sein spatere WM74-Gegner Wim Rijsbergen,
Theo de Jong und Wim Jansen. Feyenoord war damals von europaischen Spitzenklasse
und gewann in 1974 in Rotterdam fur 65.000 Zuschauer die UEFA-Pokal gegen
Tottenham Hotspurs.
Grabowski wechselte auch nicht nach FC Sevilla oder Bayern Munchen und blieb
Eintracht treu.
In 1979 spielte Jurgen in die UEFA-Pokal erneut gegen Feyenoord. Von das
Feyenoord aus 1971 war nur noch Wim Jansen dabei.
In Frankfurt gewann Eintracht (mit Spieler wie Bernd Holzenbein, Bum Kum Cha,
Norbert Nachtweih und Bruno Pezzey) mit 4-1, in Rotterdam wurde es 1-0 fur
Feyenoord.
Nach DFB-Pokal-Siegen in 1974 und 1975 musste jetzt in das letztze aktive Jahr
von Grabowski auch international Erfolge kommen.
Ausserhalb Feyenoord wurden ausgeschaltet: Aberdeen, Dynamo Bukarest, Brno
Zbrojovka und in die Halbfinale Bayern Munchen (0-2 und 5-1!).
Eintracht Frankfurt stand in die Finale von dem UEFA-Pokal.
Aber ohne Jurgen Grabowski. Er war schwer verletzt durch ein Foul von Lothar
Matthaus.
Mister Eintracht spielte funfzehn Jahre fur Eintracht und war elf Jahre Kapitan
der Eintrachter aber konnte bei dieser Finale gegen Borussia Monchengladbach nur
zuschauen.
Eintracht gewann.
Bei die Ehrenrunde riefen tausende Zuschauer den Namen von den alten Held.
Auf den 13. November 1980 machte Grabowski sein Abschiedsspiel mit Eintracht
gegen die WM74-Elf von Deutschland.
Auch jetzt (den 5. Februar 2003) ist Grabowski noch aktiv im Fussball. Er hat
noch langere Zeit gespielt mit ehemaligen Nationalspielern in der
Portas-Mannschaft und war Pate beim DFB-Stutzpunkttraining fur 14-bis 16jahrige
Talente. Jetzt sitzt er noch immer bei Eintracht Frankfurt im Verwaltungsrat. Er
hat ein Versicherungsburo und hat ein neuer Sport entdeckt:
Mit das Ballgefuhl von Grabowski ist das naturlich Golf geworden.
Die Geschichte uber Jurgen Grabowski konnte ich nur schreiben mit Hilfe von
Matthias Thoma von das Eintracht Archiv und naturlich Horst Schuhmacher von FV
Biebrich02.
Auch geschrieben mit Hilfe des Buches Jurgen Grabowski von Hartmut Scherzer und
die ganz schone Internetsite von FV Biebrich02 (www.biebrich02.de).

